Der Baum des Lebens

'Ez Chajim' des A R I  HaKadosh Rabbi Yitzhak Luria
Sinngemäß wiedergegeben gemäß HaRav Moshe Chaim Luzzatto - RAMCHAL


Adaptation von Peter Staaden

 

 

D i e   Z e h n   S e f i r o t h ,
P r i n z i p i e n - K r ä f t e - T u g e n d e n - O r d n u n g  d e s   S e i n s

 

...beschreiben unterschiedliche spirituelle Verhältnisse in den verschiedenen möglichen Wirklichkeiten. Sie enthalten alle Möglichkeiten in allen Welten, alle Worte und Begriffe werden aus ihnen abgeleitet. So wie es unmöglich ist eine eindeutige Interpretation der Sefiroth zu vermitteln, ist es ebenso unmöglich von einer bestimmten Form G-ttes zu sprechen.

Oberstes Gebot ist sich KEIN BILD von G-TT zu machen, sondern stattdessen sich immer vor Augen zu führen, dass es sich nur um die Idee der Manifestation bestimmter enthüllter Attribute handelt, und NICHT um DAS GÖTTLICHE WESEN an sich.

In der Kabbala gibt es KEINE Anthropomorphisierung der Gottesidee sondern nur die anthropromorphische Darstellung der Matrix der Sefiroth, die durch den "Übernatürlichen Menschen" repräsentiert wird.

 

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HaRav Moshe Chaim Luzzatto - RAMCHAL - schreibt sinngemäß:

Die Zehn Sefiroth oder die zehn Grundzahlen die wir im Heiligen Sohar oder dem Sefer Yetzirah finden, erscheinen immer wieder in allen Büchern und Schriften der Kabbala, allerdings mit mehr oder weniger deutlichen Unterschieden. Sie sind mit den Konzepten imprägniert, die im Buche Bahir durch die Maamaroth ausgedrückt werden, den zehn Wörtern mit denen sich der verborgene G-TT - das En Sof - während der Schöpfung manifestiert.

Diese kosmologischen Wesenheiten beziehen ebenso die Idee der Midot (Charakterzüge) ein, die G-ttliche Maßstäbe und Eigenschaften. Die Zehn Sefiroth formulieren somit zehn Sichtweisen von G-TT. Gemäß dem Bahir bilden alle Kräfte G-TTES eine Aufeinanderfolge von Ebenen (Zweigen) die wie ein Baum geformt sind.

Die Kabbala präsentiert diese Kräfte in einer Hierarchie welche den "Sefiroth Baum" begründen. Jede Ebene oder G-ttliches Attribut stellt einen Zweig dar, deren gemeinsame Wurzel unfassbar ist: das En Sof oder Ain.

Andererseits kann uns die Konzeption der Sefiroth als Teile oder Glieder von Adam Kadmon, "dem Prototyp des übernatürlichen Menschen" zu einem anatomischen Symbolismus führen. Dazu müssen jedoch sämtliche Konzepte der Terminologie der Kabbala und deren umfangreichen Wechselwirkungen untereinander vollkommen beherrscht werden.

Als Benennung der Abfolge der Zehn Sefiroth verwendet die Kabbala mehr oder weniger festgelegte Begriffe, um die Erscheinungsformen des Schöpfers auszudrücken. Diese Terminologie lautet wie folgt:

ERSTE GRUPPE

 

Die

linke

Seite

'Linker

Pfeiler'

bestehend

aus

Binah,

Gevurah,

Hod

wird als

' weiblich

bezeichnet,

es ist

der Pfeiler

der

Strenge

oder des

Gerichts.

 

1. Kether
r t k

Krone

 

Die

rechte

Seite

'Rechter

Pfeiler'

bestehend

aus

Chochmah,

Chesed,

Netzach

wird als

' männlich '

bezeichnet,

es ist

der Pfeiler

der

Güte

oder

Gnade.

3.  Binah
h n y b

Intelligenz
2.  Chochmah
h m k c

Weisheit

ZWEITE GRUPPE

5.  Gevurah
h r v b g

Strenge
4. Chesed
d s c

Güte
6.  Tifereth
t r a p t

Schönheit
8.  Hod
d v h

Herrlichkeit
7.  Netzach
c x n

Sieg
9.  Yesod
d v s y

Fundament
10.  Malchuth
t v k l m

Königreich

Die mittlere Linie (Mittlerer Pfeiler) bestehend aus
Kether, Tifereth, Yesod, Malchuth
bildet das Gleichgewicht, die Harmonie des auf - und absteigenden Lichtes.

 

 

HaRav Moshe Chaim Luzzatto - RAMCHAL - berichtet uns weiter:

Dementsprechend bestehen die Zehn Sefiroth vor, während und nach der Schöpfung aus den drei ersten Sefiroth: Kether, Chochmah und Binah. Sie bilden zusammen die drei übergeordneten Grade, die Obere Triade. Es handelt sich dabei um drei verborgene Formen der ursprünglichen Idee von G-tt, die sich jedoch in ihrem Moment der Enthüllung in drei unterschiedliche Arten äußern. Während die erste Gruppe der Sefiroth den Willen G-ttes vor der Schöpfung symbolisieren, vereinigt die zweite Gruppe die sieben unteren Sefiroth, die das enthüllte Antlitz G-ttes, die sechs Tage der Schöpfung und den Tag des Shabbat, repräsentieren. Die Aufteilung der Sefiroth in drei übergeordnete und sieben untere Sefiroth erhellt nur eine Seite der Wahrheit die sie ausdrücken. Insoweit sie ausschließlich die Aspekte einer einzigartigen Realität bilden, sind die Sefiroth untereinander durch extrem komplexe Analogien verbunden, die uns der ARI in seinem Magnus Opus "Etz Chajim" (Der Baum des Lebens) hinterlies.

 

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Adaptation von Peter Staaden


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